Putins Milliardäre

Gennadi Timtschenko , Arkadi und Boris Rotenberg und die Eigner der Bank Russia-Gruppe verdanken ihren Aufstieg ihren engen Verbindungen zu Präsident Putin. Sie gelten als Putins Milliardäre und stehen auf der Sanktionsliste von USA und EU.Präsident Putins Machtsystem basiert auf einer Balance verschiedener Elitegruppen, die miteinander konkurrieren. Aus verschiedenen Lebensphasen Putins haben sich solche Einflußnetzwerke gebildet, die sich z.T. überschneiden. Doch es gibt nur eine Person, die eine Verbindung zu allen wichtigen tonangebenden Elitegruppen aufweisen kann: Gennadi Timtschenko.

Timtschenko

Aus dem gemeinsamen Judotraining in St. Petersburg kennt Timtschenko Putin schon aus der Zeit vor seinem Aufstieg. Aus dieser Zeit stammt auch die Judo-Verbindung zu den Rotenberg-Brüdern, die gemeinsam mit Putin trainierten. Durch seine geschäftliche Tätigkeit im St. Petersburger Öl- und Handelsgeschäft der 1990er Jahre konnte er dann wichtige Kontakte zur damaligen St. Petersburger Stadtverwaltung knüpfen, die auch heute noch den Kern der inneren Elite-Gruppe von Putin ausmacht.

Durch eine Beteiligung an der Bank Russia erweiterte er sein Netzwerk enorm, denn über diese Bank wurden große Werte von Gasprom in die innere Umgebung von Putin umgeleitet und die Bank gilt als Kopf des Geschäftsimperiums der Putin-Elite. Durch seine Nähe zu einigen Akteuren des Sicherheitsapparates („Silowiki“) sicherte er sich auch in diesem Bereich gegen Ermittlungen aller Art ab. Mit Erfolg, denn Timtschenko gilt als reichster Neuaufsteiger der Putin-Zeit, wobei unklar ist, welche Werte wirklich nur ihm gehören oder wer sonst noch daran beteiligt ist.

Mehr Infos zum Werdegang und zum Imperium von Timtschenko 

Arkadi und Boris Rotenberg

1965 begann die Karriere der Rotenberg-Brüder Arkadi und Boris in St. Petersburg, genauer gesagt wurde die Grundlage für den Aufstieg zu Milliardären gelegt. Ein Spielkamerad der Jugendlichen, mit dem sie später gemeinsam Judo trainierten, sorgte Jahrzehnte später für den Aufstieg der Brüder, die ihm bis heute freundschaftlich verbunden sind. Sein Name: Wladimir Putin. Auch heute trainiert Putin noch gelegentlich Judo, gerne auch im Jawara-Newa Judo-Club, den Arkadi Rotenberg führt und zu dessen Förderern auch der andere grosse Aufsteiger der Putin-Zeit, G. Timtschenko, zählte.

Bis zur Machtübernahme von Putin fielen die Rotenberg-Brüder nur durch Investitionen in Tankstellen und durch einen Sicherheitsdienst auf, dessen Mitglieder sich zum Teil aus ihren Judo- und Kampfsportclubs rekrutierten

Mehr Infos zum Werdegang und Imperium der Rotenberg-Brüder

Bank Russia Gruppe

Das Physikalisch Technische Institut Joffe in St. Petersburg gehörte zu Sowjetzeiten zu den absoluten Spitzen-Forschungsinstituten, spezialisiert auf die Festkörper- und Halbleiterphysik. Der Forscher S. Alfjorow entwickelte dort die Grundlagen für Halbleiterlaser, wofür er 2000 den Physik-Nobelpreis erhielt. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren die Perspektiven in der Wissenschaft für Spitzenforscher wie Juri Kowaltschuk, Walery Myachin und die Brüder Andrei and Sergei Fursenko recht unklar. Daher versuchten sie mit Firmengründungen ihre Forschungsergebnisse zu verwerten.

Schnell erkannten sie aber, dass mit dem Import von Computern und Exporten aller Art gutes Geld verdient werden konnte, bei entsprechenden Kontakten. 1991 erweiterte sich das Team noch um Wladimir Yakunin, 1. Sekretär der Ständigen Mission der Sowjetunion bei der UNO, der 1982-1985 auch am Joffe Institut geforscht hatte. Für ihre Geschäfte suchten die Jung-Unternehmer noch eine Bank, über die sie ihre Exportgeschäfte abwickeln konnten.

Zur gleichen Zeit versuchte die alte Partei-Elite die Vermögenswerte der Kommunistischen Zeit durch die Wirren des Umbruchs zu retten. Zu diesem Zweck wurde 1990 die Bank Russia gegründet. Der Großteil des Gründungskapitals stammte vom Leningrader Zentralkommittee der Kommunistischen Partei und verantwortet wurde die Transaktion u.a. von Waleri Subkow, der später unter Putin in der St. Petersburger Verwaltung einen Posten erhielt und 2007 schließlich zum Premierminister ernannt wurde.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 wurden dann die Anteile der Kommunistischen Partei an die ZK-Politiker privatisiert. Auch prominente St.Petersburger Mafia-Bosse beteiligten sich an der Bank. Doch die Bank florierte nicht wirklich.

Ende 1991 reorganisierte Bürgermeister Sobtschak schließlich die Bank, die stabile Geschäfte für die St. Petersburger Region ermöglichen sollte. Die „Leningrad Association Of joint ventures“, übernahm 48,4 % an der Bank Russia. Der Führungskader dieser Vereinigung bestand im Wesentlichen aus zahlreichen Forschern des Joffe-Instituts unter der Führung von Juri Kowaltschuk. Die Forscher hatten nun ihre Bank gefunden.

Mehr Infos zum Werdegang und Imperium der Bank Russia-Gruppe

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s